Die geplante eSAF-Förderung der Bundesregierung sieht einen Doppelauktionsmechanismus nach dem Vorbild von H2Global vor. Dabei erfolgen jeweils auf Lieferseite und Abnahmeseite Auktionen, die durch einen Intermediär durchgeführt werden. Die Produzenten mit dem günstigsten Angebot und die Abnehmer mit dem höchsten Angebot erhalten jeweils die Zuschläge. Der Intermediär schließt mit eSAF-Produzenten langfristige Abnahme-Verträge (Purchase Agreements; Pas), welche über zehn Jahre laufen, um den Produzenten Planungssicherheit zu geben und das Investitionsrisiko zu minimieren. Das erworbene eSAF wird an Abnehmer (bspw. Airlines) über Verkaufsvereinbarungen (Selling Agreements; SAs) weiterverkauft. Die SAs laufen über einen kurzen Zeitraum (bspw. ein Jahr). Trotz des Einkaufs von eSAF zum günstigsten Preis und dem Verkauf zum höchsten Preis durch den Intermediär wird durch die hohen Anfangskosten dadurch ausgegangen, dass das eSAF zu einem günstigeren Preis verkauft als eingekauft wird. Der Bilanzausgleich des Intermediär erfolgt durch die Förderung des BMV.
Die Fördersumme beträgt 2 Mrd. Euro und steht für den Lieferzeitraum 2030 bis 2039 zur Verfügung. Das Förderprogramm konzentriert sich auf strombasierte nachhaltige Flugkraftstoffe, die nach ASTM zertifiziert sind und die RFNBO-Kriterien der EU-Richtlinie für erneuerbare Energien erfüllen. Förderfähig ist ausschließlich innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums produziertes eSAF. Bei einem angenommenen Preis von 7.520 Euro pro Tonne und 10 Jahren Laufzeit könnten rund 266.000 Tonnen eSAF gefördert werden. Dadurch wird eine Treibhausgasminderung von mindestens 586.000 Tonnen CO₂-Äquivalenten erzielt, basierend auf einer Emissionsreduktion von mindestens 70 % gegenüber fossilem Kerosin.